Automatisierte Analyse der medialen Suizidberichterstattung

Automatisierte Analyse der medialen Suizidberichterstattung

Anbindung: TU Darmstadt

Assoziiert seit: Mai 2018

CEDIFOR Projektbeteiligte

CEDIFOR Partner:

Kurzbeschreibung

Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 10000 Menschen durch Suizid – mehr als durch Verkehrsunfälle, HIV und Drogen zusammen (Statistisches Bundesamt, 2018). Weltweit wird die Zahl der Selbsttötungen auf mehr als 800000 geschätzt, wobei Suizide bei den unter 30-jährigen sogar die zweit-häufigste Todesursache überhaupt darstellen.Zu den Risikofaktoren für Suizide zählen psychische Störungen wie Depressionen, schwere physische Erkrankungen wie Krebs, aber auch personale, soziale, kulturelle und situative Faktoren.

Wirkungsvolle Maßnahmen, durch die sich Suizide verhindern lassen, sind in Deutschland wie den meisten Gesellschaften dieser Welt von enormer gesundheitspolitischer Bedeutung. Das Ziel einer verantwortungsvollen Medienberichterstattung über Suizide spielt dabei inzwischen in vielen nationalen und internationalen Präventionskonzepten eine zentrale Rolle. Es ist ist Längerem bekannt, dass sich die Art und Weise, wie Medien über Suizide berichten, auf die Entwicklung der Suizidzahlen auswirken kann. Die Existenz des sogenannten „Werter-Effekts“ – eines Anstiegs der Suizidzahlen nach (bestimmten) Medienberichten über Suizide – gilt international als weitgehend gesichert, wurde aber in Deutschland bislang nicht in größerem Rahmen geprüft.

Im vorliegenden Projekt sollen in einem ersten Schritt automatisierte Verfahren zur Erkennung, Analyse und Vorhersage des Gefahrenpotentials der medialen Suizidberichterstattung entwickelt und geprüft werden. In einem zweiten Schritt sollen diese Verfahren eingesetzt werden, um mittels Machine Learning erstmals über einen längeren Zeitraum medienübergreifend und auf breiter Basis mediale Suizidberichterstattung zu erkennen und zu untersuchen.Mittelfristig sollen so Verbesserungsvorschläge zur Etablierung einer effektiven Suizidprävention in Deutschland unter Einbeziehung journalistischer Medien entwickelt werden.

Projektergebnisse

folgen.