QuantQual

QuantQual@CEDIFOR – Zum Nebeneinander quantitativer und qualitativer Methoden in der
germanistischen historischen Philologie

Anbindung: GU Frankfurt

Finanziert mit Mitteln des Projektträgers: Feb. 2017 – Sep. 2017 als Pilotprojekt

Projektmitarbeiter

Beschreibung

Die relativ große, jedoch keineswegs regellose Freiheit der Wortstellung im Deutschen ist eine schon sehr lange im Interesse der philologischen, sprachwissenschaftlichen und zuletzt auch sprachtechnologischen Disziplinen betrachtete Forschungsfrage, die auch in unterschiedlichen Kontexten theoriebildend gewirkt hat. Eine allgemein akzeptierte, einheitliche Theorie der Wortstellung existiert bislang zwar nicht, jedoch besteht im Wesentlichen Einigkeit hinsichtlich der Notwendigkeit eines multifaktoriellen Modells sowie in der Relevanz bestimmter Faktoren.  In jüngerer Zeit wurden diese Faktoren von philologisch-sprachgeschichtlicher Seite auch in ihrer diachronen Dimension mit qualitativ-empirischen Methoden beleuchtet. Ein wichtiges methodisches Problem dabei liegt jedoch in der unzureichenden Verfügbarkeit entsprechend annotierter Korpora, da Syntax-, Semantik- und Koreferenz-Annotationen im benötigten Umfang kaum realisierbar sind.
Daher sind quantitativ-empirische Untersuchungen auch nach Vorliegen entsprechend annotierter Referenzkorpora nur möglich, wenn heuristische, automatisierte Extraktionsroutinen zum Einsatz kommen, deren Zuverlässigkeit jedoch noch zu erforschen ist. Insbesondere unter Umständen, in denen quantitativ-heuristische Befunde den Ergebnissen
qualitativ-empirischer Untersuchungen entgegenstehen, muss die Vereinbarkeit bzw. eine Methodik zur näheren Betrachtung und relativen Gewichtung der Ergebnisse entwickelt werden. Genau diese Situation besteht für das hier betrachtete Beispiel, weshalb es als prototypischer Fall für ein eHumanities-Projekt stehen kann, in dem etablierte geisteswissenschaftliche Methodik und informationstechnologisch unterstützte empirische Ansätze in ihren Aussagen einander entgegen zu stehen scheinen.

Relevante Publikationen

  • Chiarcos, Christian, Benjamin Kosmehl, Christian Fäth, Maria Sukhareva (2018). Analyzing Middle High German Syntax with RDF and SPARQL. In: Proceedings of the Eleventh International Conference on Language Resources and Evaluation (LREC 2018). European Language Resources Association (ELRA), Paris, France, Miyazaki, Japan, May 2018.
  • Chiarcos, Christian, Ralf Plate, Maria Sukhareva (2017). A clash of methods? Comparing quantitative and qualitative studies of word order flexibility in historical German. Poster presented at 39th Annual Conference of the German Linguistic Society. Postersession Computerlinguistik der 39. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft. Saarbrücken, Germany, March .